Schäfer und Krotz lassen sich als Matchwinner feiern

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OSC lässt zu früh den Kopf hängen

Wieder gab es für Handball-Zweitligist OSC Rheinhausen in der Ferne nichts zu holen. Beim Gastspiel gegen die SG BBM Bietigheim setzte es eine 22:26 (10:17)-Niederlage

Sie hatten alles probiert. Bei ihrem Auswärtsspiel gegen die SG BBM Bietigheim warteten die Zweitliga-Handballer des OSC Rheinhausen gleich mit zwei Überraschungen auf. Zum einen stand diesmal Matthias Reckzeh von Beginn an zwischen den Pfosten, zum anderen setzten die Rheinhauser auf eine aggressive 3:3-Deckung. Letztere hatte Trainer Achim Schürmann die Woche über trainieren lassen, doch der Schachzug blieb letztlich ohne zählbaren Erfolg – der OSC verlor in Bietigheim mit 22:36 (10:17).

Alles in allem war es nicht der Tag der Olympischen. Im Angriff fehlte gegen eine gute Deckung der Gastgeber die Durchschlagskraft, hinten bekamen Reckzeh und später auch Bothe wenig zu fassen. „Bietigheim ist durch abgeklärtes Spiel immer wieder zu Toren gekommen“, haderte Schürmann. Bis zum 9:9 (19. Minute) konnte sein Team die Partie noch offen gestalten, danach kassierten die Rheinhauser innerhalb von nur neun Minuten sieben Gegentreffer, waren selbst kein einziges Mal erfolgreich.

Fabian Schneider und Mirco Bernau scheiden verletzt aus
Das lag wohl auch daran, dass einmal abgesehen von Mirko Szymanowicz – mit sieben Toren abermals bester Werfer der Linksrheinischen – und Tim Gentges, der Angriff oftmals wirkungslos blieb. Schürmann: „Die beiden waren sehr auf sich allein gestellt. Nur zwei Mann mit einigermaßen normaler Form waren gegen eine insgesamt auch zu gute Bietigheimer Mannschaft zu wenig. Bietigheim hat uns da unsere Grenzen aufgezeigt.“

So wuchs der Abstand nach dem Seitenwechsel (10:17) sogar noch an, so dass die Niederlage mit 14 Toren deutlich ausfiel. Ein Umstand, der Achim Schürmann, der im Vorfeld gefordert hatte, auch das Torverhältnis im Auge zu behalten, gar nicht schmeckte. „Wir müssen endlich lernen, auch in Spielen, in denen wir deutlich unterlegen sind, bis zum Ende zu fighten, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Hier gibt es bei vielen noch großes Potenzial nach oben. Wir haben zu früh den Kopf hängen lassen“, ärgerte sich der OSC-Coach, der Mitte der zweiten Halbzeit auf zwei seiner Akteure verzichten musste. Fabian Schneider musste nach einem Schlag aufs Knie passen, Mirco Bernau erlitt einen Pferdekuss.


RP Online

OSC ist nur 20 Minuten ebenbürtig

Um beim haushohen favoriten SG BBM Bietigheim überhaupt eine Chance zu haben, versuchte Handball-Zweitligist OSC Rheinhausen mit einer 3:3-Deckung zu überraschen, was aber nur bedingt von Erfolg gekrönt.

Knapp 20 Minuten hielten die Gäste die Partie dennoch offen, ehe sie abgesehen von Spielmacher Tim Gentges und Mirko Szymanowicz komplett einbrachen und eine heftige 22:36 (10:17)-Niederlage kassierten.

Bis zum 9:9 (19.) sah es danach aus, als könnten die Olympischen eine Überraschung landen – oder zumindest ein respektables Ergebnis erzielen.
Doch zu diesem Zeitpunkt war ebenfalls zu erkennen, dass dem OSC gegen die gute 6:0-Abwehr der Gastgeber die Durchschlagskraft fehlte, was sich im weiteren Spielverlauf rächen sollte.
"Tim und Mirko waren da zu sehr auf sich alleine gestellt. Und nur zwei Spieler in halbwegs normaler Form – das ist gegen eine gute Mannschaft wie Bietigheim einfach zu wenig", resümierte Trainer Achim Schürmann.
Abgesehen von einem Treffer von Lukas Esser war den Gästen bis zum Pausentee kein weiterer Erfolg vergönnt.
Und nach dem Seitenwechsel ließen sich etliche Akteure hängen, weshalb die Niederlage noch deutlicher ausfiel. "Wir müssen lernen, auch in den Spielen, in denen wir deutlich unterlegen sind, bis zum Ende zu kämpfen, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Hier gibt es noch großes Potenzial nach oben. Wir haben viel zu früh den Kopf hängen lassen", ärgerte sich der Übungsleiter nicht unbedingt über die Niederlage an sich, sondern die Art und Weise, wie sie zustande gekommen war – da einigen Spielern spürbar der letzte Wille fehlte, um ein besseres Ergebnis zu erzielen.

Zu allem Überfluss schieden Mitte der zweiten Halbzeit Linksaußen Fabian Schneider (Schlag aufs Knie) und Rückraumspieler Mirko Bernau (Pferdekuss) verletzt aus – und vergrößern das Lazarett wieder auf vier Akteure.

André Loschinski und Marcel Giesbert fallen bereits seit längerer Zeit aus. "Für uns heißt es nach der Niederlage jetzt wieder gut zu trainieren, und zu versuchen, die Verletzten wieder alle fit zu bekommen und gegen Aue alles zu geben, um unser Ziel zu erreichen, mit einem ausgeglichenen Punkteverhältnis in die Spielpause zu gehen", sagte Achim Schürmann.

OSC: Bothe, Reckzeh; Backhaus (3), Schneider (1), Zimmermann, Bochwitz (2/2), Bernau (1), J. Schürmann (1), Dickel, Gentges (6), Esser (1), Szymanowicz (7/1).


Ludwigsburger Kreiszeitung

Schäfer und Krotz lassen sich als Matchwinner feiern
Bietigheim-Bissingen – Die Handballer der SG BBM Bietigheim sind weiter im Aufwärtstrend. Mit einem überzeugenden 36:22 (17:10)-Heimsieg gegen Aufsteiger OSC 04 Rheinhausen hat sich der Zweitbundesligist auf Rang 5 der Tabelle vorgearbeitet.

Die knapp 1000 Zuschauer erlebten in der Viadukthalle eine gelungene Generalprobe für das am morgigen Dienstag stattfindende Pokalspiel gegen den Erstligisten TuS Nettelstedt -Lübbecke.
Der Neuling aus Rheinhausen zeigte zunächst wenig Respekt vor den favorisierten Gastgebern und lag bis zur 10. Minute in Führung. Das 8:7 (13.) per Siebenmeter durch Spielführer Nico Kibat brachte erstmals die Führung für die SG. Linksaußen Christian Schäfer brachte danach mit drei Toren innerhalb einer Minute die Hausherren auf die Siegerstraße.
Während die SG-Angreifer Pierre Freudl, Andreas Blodig und Robin Haller jetzt im Minutentakt trafen, gelang dem OSC von der 20. Minute bis zur Halbzeitpause (17:10) nur noch ein Treffer. Ausschlaggebend war das nun dichte Bietigheimer Abwehrnetz sowie Teufelskerl Benjamin Krotz. Neben etlichen freien Würfen parierte der Torhüter gleich zwei Siebenmeter des Rekordtorschützen Mirko Szymanowicz.
Die zweite Halbzeit begann die SG im Eilzugtempo. Bereits nach drei Minuten betrug der Abstand erstmals zehn Tore (20:10). Dazu OSC-Trainer Achim Schürmann: „Unsere Leistung war beschämend.“ Die Gastgeber hatten leichtes Spiel, schossen sich für die Pokalpartie warm. Beim 29:17 (47.) wechselte Trainer Jochen Zürn den zehnfachen Torschützen Schäfer aus, gab mit Patrick Rentschler, Christian Zluhan und dem angeschlagenen Sebastian Knierim, Spielern aus der zweiten Reihe eine Chance. An der Dominanz der Ellentäler änderte sich nichts. Der mit schönen Kreisanspielen glänzende Christoph Auer setzte den Schlusspunkt zum 36:22-Sieg. SG-Coach Zürn kommentierte die einseitige Partie: „Heute hat jeder seine Chance bekommen, ich bin stolz auf alle Spieler.“
SG BBM: Krotz, Lenz; Haller (3), Rentschler (2), Kibat (3/2), Knierim (2), Schäfer (10), Bühler (5), Blodig (2), Freudl (4), Auer (3), Schulz (2), Zluhan.


Bietigheimer Zeitung

Schäfer und Krotz trumpfen auf
SG BBM Bietigheim besiegt in der Zweiten Handball-Bundesliga den OSC Rheinhausen 36:22
Für Begeisterung in der Halle am Viadukt sorgte die SG BBM Bietigheim beim 36:22-Sieg gegen Aufsteiger Rheinhausen. Überragend dabei Torhüter Benjamin Krotz und der zehnfache Torschütze Christian Schäfer.

Der Bietigheimer Trainer Jochen Zürn, der sich angesichts der tollen Stimmung auf den Rängen der Halle am Viadukt in der Neuhausener Hofbühlhalle wähnte, heizte die Emotionen zusätzlich an, als er seinem Torhüter Benjamin Krotz eine Extraportion Beifall und dessen Kollegen Mathias Lenz noch zweieinhalb Minuten Einsatzzeit gönnte. Krotz hatte bis dahin gegen den anfangs gut mithaltenden Aufsteiger eine überragende Partie gespielt und auch zwei Siebenmeter von Mirko Szymanowicz, dem Führenden der Torschützenliste, abgewehrt. Damit hatte Krotz seiner Mannschaft den tollen Lauf mit ermöglicht, die von 9:9 innerhalb von zwölf Minuten auf 16:9 davonzog. Überragend in dieser Phase und auch in der ersten Hälfte der zweiten Halbzeit war der pfeilschnelle Linksaußen Christian Schäfer, der sein breites Wurfrepertoire nutzte und am Ende zehn Treffer erzielt hatte.

Neben der Maßnahme, Krotz zu Beginn ins Tor zu stellen, lag Trainer Zürn auch noch bei weiteren personellen Entscheidungen richtig. So durften Patrick Rentschler und Christoph Auer nach zuletzt geringen oder gar keinen Einsatzzeiten mitmischen. Beide nutzten ihre Chance und empfahlen sich für weitere dauerhafte Einsätze. Auer brachte sich nachhaltig in Erinnerung, glänzte mit tollen Zuspielen und erzielte zwei Treffer. Youngster Rentschler wies mit zwei Toren nach, dass er keineswegs nur als Defensivkraft einsetzbar ist. "Jeder hat seine Chance genutzt, in der Zweiten Liga Handball zu spielen", lobte Zürn das eingesetzte Personal. Zu dem gehörte nach seiner Verletzungspause auch wieder Rechtsaußen Sebastian Knierim, der sein 15-minütiges Comeback mit zwei Toren garnierte.

Die Bietigheimer benötigten eine gewisse Anlaufzeit, um sich auf die überraschende 3-3-Abwehr der Gäste einzustellen. Bis zum 9:9 legte das Team aus Duisburg meist einen Treffer vor, die Gastgeber glichen aus. Wie vom Bietigheimer Trainer erwartet und angekündigt, spielte sich bei den Gästen das meiste im Rückraum ab. Von dort kamen sie auch zum Großteil ihrer Treffer. Am Kreis gab es aber fast kein Durchkommen für sie. "Wir haben die Abwehr stabilisiert, dennoch haben wir in der ersten Halbzeit leichte Tore durch Schlagwürfe zugelassen. Bei 22 Gegentreffern kann man aber von einer hervorragenden Abwehrleistung sprechen", meinte Zürn. Die Lösung gegen die ungewohnte Defensivstruktur der Gäste, die phasenweise Robin Haller und Nico Kibat in Manndeckung nahmen, beschrieb der Bietigheimer Trainer hinterher so: "Wir haben die schnellen Spieler, die Übersicht und das Entscheidungsverhalten, um auch gegen eine solche Abwehr zum Erfolg zu kommen."

In der zweiten Halbzeit, als der Widerstand des Aufsteigers gebrochen war, der meist nur noch hinterherlaufen konnte, spielten die Bietigheimer groß auf. Bis zur 38. Minute hatten sie ihren Vorsprung auf elf Tore ausgedehnt. "Unsere Leistung war beschämend", sagte OSC-Trainer Achim Schürmann und bezog neben der Angriffs- und der Abwehrleistung auch die beiden Torhüter mit ein, die "nichts gefasst haben".

Ganz so schlimm, wies es in den Minuten nach der Pause ausgesehen hatte, wurde es für die Gäste dann doch nicht. Sie steigerten sich ab der 40. Minute auch im Defensivverhalten und konnten die sich anbahnende Torflut eindämmen.

Drei Bietigheimer Spieler knackten im Spielverlauf ihre persönliche 30-Tore-Marke der laufenden Saison: Schäfer (jetzt 39), Steffen Bühler (30) und Pierre Freudl (31). Robin Haller schaffte sein 50. Tor noch nicht, steht jetzt bei 47.

Für die SG BBM war der überzeugend herausgespielte Erfolg nach dem knappen Heimsieg zuletzt gegen Obernburg sowie zwei Auswärtsniederlagen und vor dem morgigen Pokalauftritt gegen TuS Nettelstedt-Lübbecke (Spielbeginn ist um 20 Uhr) ein Auftritt nach Maß, den die Mannschaft gebraucht hat, erst recht nach dem unglücklichen Ende in Neuhausen. "Wir gehen gut vorbereitet und mit Spaß und Freude ins Pokalspiel und werden dem Bundesligisten einen Fight liefern. Dann schauen wir mal, zu was es reicht", kündigte Zürn an.

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